In diesem Blog schreibt Fondsmanager Thomas Timmermann über die Entwicklungen am Aktienmarkt und die Auswirkungen auf die Strategie des ComStage Alpha Dividende Plus ETF.

Deutsche Börse VDAX-New Volatiliy Index
*Quelle: Bloomberg. Frühere Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Bitte beachten Sie auch den 5-Jahres-Verlauf des hier angezeigten Index.

Unsere Absicherungsquote liegt zurzeit bei 28,7% und der Fonds ist fast vollständig in Aktien investiert. Nächste Woche findet der quartalsweise Qualitäts-Check der 100 Aktien statt (ich werde berichten). Wir bleiben also unserer "Absicherungsstrategie light" treu!

Im ETF750 sichern wir aktuell mit Index-Optionen auf den DAX, den Euro Stoxx 50 oder den S&P 500 Index ab. Die Positionen werden proportional passend zu den deutschen, europäischen und amerikanischen Aktien im Fonds aufgebaut. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass sich diese Aktien gar nicht 100% synchron, also mit einer "Korrelation" von 1 mit dem jeweiligen Index bewegen. Bei den europäischen Aktien liegt die Korrelation mit ca. 0,88 recht hoch, bei den amerikanischen Aktien mit ca. 0,58 zum S&P 500 jedoch viel niedriger.

Berücksichtigt wird dies, indem wir die zugehörigen Positionen unterschiedlich dosieren. Zusätzlich zu berücksichtigen ist die unterschiedliche Wertentwicklung der Indizes untereinander und die unterschiedlichen Preise für Absicherungsoptionen. All das wird laufend beobachtet und die Positionen bei Bedarf angepasst. Ist die Korrelation generell gering, ist es gefährlich, eine zu große Position einzugehen. In dieser Situation ist nicht gewährleistet, dass die Optionsposition überhaupt absichert, wenn die Aktien im Fonds sinken. Um die Kosten gering zu halten, müssen wir auch laufend den Preis für die unterschiedlichen Optionen im Blick haben. Der VDAX Index gibt uns hier täglich eine schnelle Einschätzung. Je tiefer er steht, umso günstiger die Optionen - und umgekehrt.

Wir hatten letzte Woche schon den Preisverfall in dieser Woche antizipiert (siehe Blog unten) und nutzten das günstige Preisniveau, um Optionen günstig zuzukaufen. Dadurch ist die tägliche positive rechnerische Seitwärtsrendite (im Fachchinesisch "Thetha" genannt) auf ca. €930 gesunken. Strategisch wollen wir nicht darauf setzen, dass diese schwankungsarme, leicht positive Wohlfühlstimmung am Aktienmarkt den ganzen Sommer anhält. Wir nutzen jetzt das niedrige Preisniveau, um im Sommer besser vor einer starken Bewegung geschützt zu sein.

 

Die Märkte haben sich wieder beruhigt und in der nächsten Woche gibt es einen Feiertag. Es könnte also ein ruhige Woche werden und dann können wir unsere Absicherungsposition in Richtung Sommer weiter optimieren. Bald steht auch der quartalsweise Portfolio-Check an ... und ich will in der nächsten Woche auch einmal über die sog. Korrelation der Aktien zur Absicherungsposition berichten: Also wie effektiv ist eigentlich eine DAX Absicherungsposition für die deutschen Aktien im ETF750, die ja gar nicht alle im ETF750 drin sind? Bis dahin wünsche ich Ihnen jedoch erst einmal ein schönes Wochenende!

 

Quelle: Bloomberg. Frühere Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Bitte beachten Sie auch den 5-Jahres-Verlauf des hier angezeigten Index, den Sie auf dieser Seite unter Marktübersicht finden

Die erneute Abkühlung an den Aktienmärkten haben wir genutzt, um die im Vergleich zu Europa kleineren Absicherungspositionen im DAX und im S&P500 anzupassen. In der DAX Grafik erkennt man den nun erheblich nach oben verschobenen Absicherungsbereich (grün) und die Wertbegrenzung ab ca. 13000 Punkten. Bitte beachten Sie, dass wir mit der "Absicherungsstrategie light" nur eine kleine Teilabsicherung an Bord haben, um die Kosten niedrig zu halten. Im DAX Chart erkennen Sie zudem, dass die beiden dominierenden Aufwärtstrends kerngesund sind. Wir hatten es in den letzten Monaten mit überraschend starken Aktienmärkten zu tun. Deshalb ist diese technische Reaktion nach unten mehr als willkommen!!

Sie erkennen in der Grafik auch, dass wir nicht einmal die 100-Tage-Durchschnittslinie (grün) oder die viel wichtigere 200-Tage-Durchschnittslinie (rot) erreicht haben. Darüber liegt zudem noch das alte Allzeithoch aus dem Jahre 2015 bei 12400 Punkte. Auch dort sind wir noch nicht angekommen. Insgesamt haben wir die Absicherung auf ca. 31% des Fondsvolumens reduziert und die tägliche Seitwärtsrendite auf €1910 erhöht. Gleichzeitig registrieren wir heute sehr gute Absatzzahlen des Fonds über die Börsen, worüber wir uns sehr freuen. Die plötzliche Bewegung am Markt gibt uns die Möglichkeit unsere Teilabsicherungspositionen zu optimieren - und genau das setzen wir zurzeit um. Für eine viel stärkere Absicherung des Fonds ist es noch zu früh. Weder die fundamentalen noch die technischen Faktoren sprechen dafür!

 

*Quelle: Bloomberg. Frühere Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Bitte beachten Sie auch den 5-Jahres-Verlauf des hier angezeigten Index, den Sie auf dieser Seite unter Marktübersicht finden.

Heute haben die Aktienmärkte ihre Aufwärtslethargie zum ersten Mal in diesem Jahr nachhaltig beendet. In der heutigen ideasTV Sendung, die heute Morgen aufgezeichnet wurde, erahnte unser Chefvolkswirt wohl, dass es noch günstigere Einstiegsmöglichkeiten geben wird. Nun, hier sind sie! Aber natürlich ist kein einziger Aufwärtstrend nachhaltig gebrochen worden und diese technische Reaktion der Märkte war mehr als überfällig.

Wir haben heute im ETF750 die EURO STOXX Absicherungsposition angepasst. Wir haben den Absicherungsbereich (in der Grafik grün) an das höhere Marktniveau angeglichen und hierfür kein zusätzliches Kapital benötigt. Im Detail tauschten wir unsere 3.200er Put Absicherungsoptionen in 3.500er Absicherungsoptionen. Wir investierten für den Erwerb der neuen Position nur das Geld, das wir aus dem Verkauf der alten Position bekamen, d.h. wir haben im Verhältnis weniger 3.500er Optionen gekauft. Damit haben wir den konkreten Absicherungsbereich (in der Grafik grün eingezeichnet) näher an das aktuelle Marktniveau herangerückt! Die Absicherungsstrategie "light" greift also per Dezember 2017 Eurex Verfall ab einem Indexniveau des EURO STOXX 50 von 3.500 Punkten und finanziert sich aus verkauften Call Optionen ab einem durchschnittlichen Indexniveau von 3.733 Zählern.

Routine...

16.05.2017

Da die Märkte ganz leicht steigen oder einfach stehen bleiben, ist im ETF750 zurzeit wenig zu tun. Wir haben die aus abverkauften Fondsanteilen generierten Mittel in Aktien investiert... und heute die Optionsposition im EURO STOXX 50 angepasst.

Da der Index so stark gestiegen ist, haben wir die Basispreise der Call Optionen weiter nach oben geschoben - ohne zusätzlich Geld auszugeben. Das geht recht gut durch eine Laufzeitverlängerung. Die Position ist jetzt per Verfall der Optionen im Schnitt bei 3.733 Indexpunkten wertbegrenzend ... und das ist eben höher als der heutige Indexstand von 3.641. Die Absicherungsquote ist bei ca. 36% und der tägliche Gewinn durch den Zeitwertverfall der Optionen liegt bei 1.080,- Euro.

Zurzeit sind die Absicherungskosten wieder sehr stark gesunken und wir beobachten den Markt genau, wie wir die bestehende Optionsposition noch verbessern können - ohne mehr Geld auszugeben.

Vielleicht waren Sie ja auch schon im Jahr 2000 aktiv an der Börse? Gezogen von der Euphorie des „Neuen Markts“ rannte der DAX von einem Allzeithoch zum nächsten. Damals war die Internet Euphorie ausgebrochen, das Netz sollte die Welt nachhaltig verändern. Heute sind wir wieder auf Allzeithochs und es ist teilweise immer noch die Digitalisierung, die - als Thema neu verpackt - Treiber ist. Doch wie haben sich die Aktienmärkte in den 17 Jahren dazwischen geschlagen?

Der Dow Jones ist 78% und der S&P 500 56% über den Höchststand von 2000 gestiegen. Der vergleichbare DAX Preisindex, also der DAX ohne reinvestierte Dividenden, ist dagegen immer noch 4% unter dem Hoch von 2000 und beim EURO STOXX 50 sind es sogar minus 44%! Man kann den Vergleich auch mit reinen Performance Indizes machen, also nur mit Indizes, die wie der DAX die Dividenden reinvestieren: der Dow Jones Performance Index verbucht ein Plus von 171%, der S&P 500 Performance Index 118% und der DAX Performance Index einen Zugewinn von (nur) 54% oberhalb des Höchststands von 2000. Es ist also alles relativ...

....und unsere starke Fokussierung auf das unmittelbar Nahe verbirgt oft die großen Trends im Hintergrund. Es sollte also nicht verwundern, wenn europäische Aktien in den nächsten Monaten gegenüber amerikanischen aufholen.

Der 75% Europa und 25% USA Mix unseres Aktienportfolios würde davon profitieren. Übrigens kann es auch in einem langen Aufwärtstrend zu Korrekturen kommen: Im März 2009 startete der S&P500 seinen jetzigen Aufwärtstrend und korrigierte viermal: im April 2010, Juli 2011, März 2012 und April 2015 - um jeweils mehr als 10% nach unten. Es gilt also, die bestehenden langen Aufwärtstrends zu respektieren, solange sie intakt sind ... und gleichzeitig einen Minimumschutz zu möglichst geringen Kosten aufrechtzuerhalten. Und genau das ist das Ziel unserer Absicherungsstrategie „light“!